Es regnet, oder es schneit! Es ist verdammt kalt! Die
Heizung streikt, der Briefkasten wird zum Asyl für
unerwünschte und vor allem unbezahlbare Rechnungen. In
der Küche findet sich keine saubere Tasse mehr für den
morgendlichen Kaffee. Der Kopf tut weh von unsinnigem
Nachdenken darüber wie lange es dauert bis endlich
wieder Sommer ist, oder die nächsten Semesterferien
beginnen. Die Augen suchen verwirrt den verdammten
Knopf auf dem Scheißwecker. Es lärmt und dröhnt in
1. Kapitel „Endlose Weite“ P aul hatte schon schlimmere Zugfahrten erlebt. Zugfahrten mit atemberaubender Geschwindigkeit, während denen man ständig den Eindruck hatte, die Welt außerhalb des Abteilfensters gleite leise zischend als grün-grau-blaue Schmiere an einem vorbei. Ihm wurde dann oft übel von soviel Surrealität. Oder Reisen derart, dass man Menschen kennen lernte, welche man eigentlich [...]
Mein Tag!
Was für ein einsamer Tag Wechselbad zwischen Fühlen und Apathie Und doch es ist mein Tag Benzin für die Seele Und dann ein Streichholz Und nix mehr und Buuummm Grau und Ausweglos Aber ein Tag – Mein Tag!…wenn einem eigentlich ganz andere Dinge durch den Kopf gehen sollten!
Wo ist der Anfang, wo das Ende? Immer wieder schwer, aber meist lösbar. Es ist ein grauer Morgen an der Mosel. Die Straße vor dem Haus ist noch leer, keiner unterwegs, die unwichtigen Dinge der menschlichen Grundversorgung zu besorgen. Meine Ohren dröhnen. Zweimal Knüppelpunk alter Schule gestern Abend. Zuviel für die Zecke, oder bloß zuviel für die Zeckenohren? Man kann auch mit dem Frühstück beginnen. Viel Kaffee, ne Zigarette…
Es regnet, oder es schneit! Es ist verdammt kalt! Die Heizung streikt, der Briefkasten wird zum Asyl für unerwünschte und vor allem unbezahlbare Rechnungen. In der Küche findet sich keine saubere Tasse mehr für den morgendlichen Kaffee. Der Kopf tut weh von unsinnigem Nachdenken darüber wie lange es dauert bis endlich wieder Sommer ist, oder die nächsten Semesterferien beginnen. Die Augen suchen verwirrt den verdammten Knopf auf dem Scheißwecker. (…)
Aufgewacht! Ich bin aufgewacht wie so oft. Irgendwie desorientiert. Obwohl ich das seichte Gefühl verspüre das ein letzter, kleiner Rest Illusion irgendwo zwischen Hammer, Steigbügel und Zwischenhirn, gleichfalls verloren, seinen Weg nach außen sucht. Orientierungslos, wie ich war brauchte ich einen Plan. Einen Plan für den Tag oder besser noch für weit mehr als einen schäbigen Tag-Nacht-Zyklus. Ich weiß natürlich nicht, wie es euch so geht. Derartige Situationen erscheinen nur allzu oft völlig aussichtslos, weil man zu verpeilt ist die kleinen Zeichen wahrzunehmen, die einem einen Weg aus dieser Aussichtslosigkeit weisen könnten. So ausgezeichnet mit dem Gütesiegel kompletter Hirnlosigkeit kam mir schon nach wenigen Momenten – Momenten die aus 4,5 Tassen Kaffee bestanden – die wahrhaft große und bahnbrechende Idee mich irgendwie nützlich zu machen.
S – P – E – R – R – G – G – E – B – I – E – T stand auf unverzierten, großen, grünen Lettern über der Kneipe am Flussufer. Und daneben, auf unscheinbarem, leicht zu übersehendem Schild: “Bei großem Andrang – Verrückte, Fleischeireifachverkäuferinnnen, Schwangere und blondgebleichte Handlungsreisende zuerst!” Hier schien sich eine Nische aufzutun. Eine Oase mitten in diesem stinkend pulsierenden Moloch Stadt. Also raus aus der Welt, rein in den Sumpf. Wichtigtuend den ollen, abgenutzten Brokatvorhang hinter der Eingangspforte überwindend das wahre Leben hinter abgedunkelten Fensterscheiben betreten. Links, deplaziert mitten im Raum, ein schwuler Pianist, mit verzückter Hingabe Bach interpretierend wie Gouldt und dabei doch wie ein jämmerlicher Chopin klingend.
Von der unglaublichen Trägheit des Seins
Es gibt Tage, die scheinen nie vorüber zu gehen. Die dehnen sich mit nahezu übernatürlicher Geschwindigkeit endlos in den Weiten des Alls aus. Die sind wie ein viel zu lange gekauter, fahler Kaugummi. Die bestehen aus nichts weiter als Wiederkehr, schier endloser Wiederkehr, welche sich in all ihrem Wiederholen beschleunigt und wieder beschleunigt, weil Energie endlos vorhanden scheint. Ma Vlast – Adagio con molto – a priori ein ewiges Fließen, Zerfließen, Dahinfließen und endlich, doch kaum endgültig, Zusammenfließen. Er betrat diesen Tag praktisch durch die Hintertür. Er fühlte die Unendlichkeit und wusste in tiefstem Innern doch sehr genau, dass auch dieser Tag, wie alle anderen vor ihm, vergehen würde.