Wo verdammt ist Oberbilk? Oder NEIN! Eigentlich dient dieses vortreffliche Blog ja dazu wundervolle Fotografien wundervoller KünstlerInnen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Eigentlich!! Aber Uneigentlich kann man in diesen, heutigen Zeiten auch trefflich über Blockaden im Frankfurter Bankenviertel (Kampf dem Kapital) fabulieren, oder aber sich auf eine Reise nach, ihr habt es sicher vermutet, OBERBILK machen. Mir fällt das verdammt einfach, denn erstens fühle ich mich mittlerweile heimisch bei dem Thema und bin zusätzlich auch ein vortrefflicher und zuverlässiger Reisebegleiter (übrigens als ich vor kurzem meinen alten Freund Thor in Neuss besuchen wollte fuhr ich im nagelneuen Mietwagen doch tatsächlich an einer Autobahnausfahrt namens “OBERBILK” vorbei – vorausgesetzt es handelt sich hier nicht um einen Schildbürgerstreich der D´dorfer Stadtoberen, scheint es diese Ortschaft mit O tatsächlich zu geben) der folgenden Protagonisten:
Herr Schreng Schreng
…und Herr La La
Derartige Reisen bringen viele Fotos (man erinnere sich daran wofür dieses Blog eigentlich herhalten soll) mit sich. Irgendwann jedoch merkt man bei jeder Reise, dass es sinnvoll ist sich auf die Kleinigkeiten, die Unwägbarkeiten, die Unmöglichkeiten zu konzentrieren. Was bleibt einem auch anderes übrig, hat man doch die klassische Konzertfotografie der beiden Herren schon bis ins letzte ausgereizt. Man fühlt sich geradezu dazu gezwungen die Songtexte besagter Improvisationskünstler lauthals mitzuträllern, sei es weil man damit dem Herrn La La gehörig imponieren möchte, oder weil man mit diesem Rumgesinge und Gepfeife vortrefflich seine Nachbern ärgern kann. Fotografisch bedeutet dies im vorliegenden Fall das Auge des Betrachters auf die Kleinigkeiten zu richten. Zum Beispiel, dass Herr Schreng Schreng nicht nur zumeist die Titel der Songs nicht auswendig wiedergeben kann, schlimmer noch, er vermerkt zusätzlich kryptische Akkordfolgen (die nun wirklich jeder halbwegs begabte intonieren kann) auf Blättern die wild wie im Herbstwind durch die angesagteste Eventlocation flattern. Vielleicht möchte er aber auch nur dem Auditorium vermitteln, dass man jederzeit 8auf Reisen oder nicht) an seine Zahnbürste denken soll und das (nicht nur auf Erstsemesterstudentenparties) der Platz am Tisch der tiefergelegene sein sollte.
Man stellt sich bei diesem Bild natürlich unweigerlich die Frage, ob die kryptischen Buchstaben hinter einem Songtitel wie “Großstadt” das Liniensystem der D´dorf-Oberbilkschen U- und S-Bahnen wiedergeben, oder ob sie tieferen kabalistischen Ursprungs sind. Außerdem erschließt sich dem Hörer der Hymne “Behind the garage” nicht automatisch und sofort was sich denn nun hinter der Garage von Nathalies(zu dieser jungen Dame später mehr) Eltern verbirgt und vor allem was verdammt noch mal innerhalb besagter Garage zu finden sein könnte. Egal! Es klingt gut und macht Mut…das soll es auch! Gut meint in diesem Zusammenhang vor allem wild und fern der üblichen Einkaufszonenberieselung. Das war nun ein ganz schön fettes Lob. ich hoffe die Herren Fernreisenden werden mich dafür über Gebühr schätzen?! Steigt man tiefer ein in diese Songs vom Dasein, Reisen, Verlieben und Vergehen wird man weitere Kleinigkeiten (oder besser Kleinode) entdecken. Beispielsweise lustige kleine Aufkleberlein auf der Gittare des Herrn Schreng und kaum wahrnehmbare Schweiss- oder Speicheltropfen auf dem Instrument des Herrn La
Nathalie! Nathalie! Nathalie! hallt es bei Zeiten verträumt durch den Konzertsaal. Wer ist diese Nathalie? Auch ich der ich, wie bereits eingangs erwähnt, durchaus ein treuer Reisebegleiter der Oberbilker Punksongwriter bin, kann nicht mit entgültiger Sicherheit sagen wer sich hinter diesem wohlklingenden Namen verbirgt. Vielleicht ist es die folgende junge Dame, deren Blick sehnsüchtig in Richtung des Herrn La schweift, und vor allem deren Blick bereits die Frage aufwirft “Was passiert denn jetzt eigentlich hier?”. Fakt ist – und das zeigt das zweite fotografische Wunderwerk mehr als deutlich – das sie in Sachen Klanginstrumentespielen dem Herrn am Mikrofon so einiges voraus haben dürfte
Während die wundervollen Klänge des metallenen Schlägelinstruments durch den Raum schwirren wird das geschulte Auge auch auf die Reiseutensilien der Handlungsreisenden in Sachen Großstadtsehnsucht und Eifeltäler aufmerksam. Ein Täschchen in rosa-pink, eine alte Mütze und halbvolle Getränkebehälter. Die Tasche, nun leer am Boden vor sich hinliegend, hat vorher wichtige Ausrüstungsgegenstände wie Gittarenkabel, Seifenblasendosen und Konfettibeutel beherbergt, doch auch dies weiß nur derjenige, welcher treu den besagten Herren von Kaff zu Kaff und quer durch Oberbilk folgt. Wofür der Gittarenkoffer da sein soll erschließt sich aber auch einem derart erfahrenen Beobachter kaum.
Am Ende des wundervollen Abends klebt der Boden des Veranstaltungssaals aufgrund des Seifenblasenspülmittels munter vor sich hin. Ein Hauch von Sehnsucht nach Nathalie hängt irgendwo zwischen den alten Balken. Man biegt sich als geneigter Beobachter den Abend irgendwie zurecht, was am besten geht, wenn man sich gnadenlos gute Songperlen wie z. B. “Bourgeoisie” nochmals gehörig durch die Kleinhirnrinden schwingen lässt, oder aber es den Herren Schreng und La gleichtut und eine wohldosierte Menge Alkohol konsumiert, denn wie sagte doch Herr La zu Begin “Junge Leute, nun fangt schon an euch zu betrinken”!
Ich bitte, zum Ende kommend, den Leser darum Nachsicht walten zu lassen. Mir hat es wie schon so viele Male zuvor das Hirn zerschossen und das Herz verdreht. Ich gebe auch beschämt zu, dass ich noch nie in Oberbilk war. Und am Ende kenne ich auch keine einzige Nathalie. Dennoch es war mir eine riesige Freude (obwohl das geschenkte Gummibärchengetränk doch nachhaltig verwirrende Wirkung zeigte, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins…) und wird es auch noch vielfach sein. In diesem Sinne PROST! DANKE! BIS DANN! Ach so, da dies ja eigentlich ein Fotoblog ist gibts jetzt dann doch den ganzen Set an Fotos…aber eben nicht die üblichen! Und überhaupt…wer es wagt hier einen Kommentar drunter zu setzen muss UNTER den Tisch, ohne Zahnbürste nach Oberbilk verreisen und mit mir und Nathalie Gummibärchenzeugs schlürfen bis die Welt endlich eine bessere ist! Und wer nun den Link zu den Songs der Herren erwartet, dem empfehle ich doch selbst bei youtube oder so zu suchen
Ach ja…DANKE für die braune 7″ Jungs ♥♥♥
Hier gehts zum Blogsport der Herren Schreng und La (und vielleicht ja auch nach Oberbilk
http://schrengschrengundlala.wordpress.com/2012/05/21/john-k-samson-on-the-radio/